Adler Mannheim: Mit neuer Energie zurück in die Erfolgsspur – Frank Mauer im Interview
Adler-Stürmer Frank Mauer stand am vergangenen Wochenende beim Deutschland-Cup in München für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Mit dem zweiten Platz hinter den starken Slowaken konnte die Nationalmannschaft einen Prestige-Erfolg verbuchen. Beim ersten Turnier unter Neu-Bundestrainer Jakob Kölliker konnte der Adler-Stürmer einen guten Eindruck hinterlassen und empfahl sich für weitere Nominierungen. Doch nach dem Abstecher zur Nationalmannschaft geht es am Wochenende in der DEL bei den Adler wieder in der DEL weiter. Nach vier Spielen ohne Sieg möchte der Flügelstürmer am kommenden Wochenende in Hannover und gegen Iserlohn gerne wieder Siege einfahren.
Wir haben uns heute nach dem Training mit Frank Mauer getroffen und mit ihm über den Deutschland-Cup, die bisherige Adler-Saison und seine offensive Spielart gesprochen.
Frank, Glückwunsch zum zweiten Platz beim Deutschland-Cup. Wie hast Du das Turnier erlebt?
Ich finde, dass wir ein ordentliches Turnier gespielt haben, die Mannschaft hat sich gut präsentiert. Der zweite Platz geht auch in Ordnung. Wir hatten viel Spaß und auf dieser Leistung kann man durchaus aufbauen.
Die Slowakei hat den Cup gewonnen, dabei alle drei Spiele für sich entscheiden können. Also ein verdienter Sieger, oder?
Ja, die Slowaken waren sicherlich das kompakteste Team des Turniers und haben den Pokal verdient gewonnen. Sie haben in allen Spielen gut und konzentriert gespielt. Außerdem haben sie in der Verteidigung sehr gut gestanden und ihre Angriffssituationen sehr effizient genutzt.
Warst Du mit Deiner eigenen Leistung insgesamt zufrieden?
Meine Leistung war alles in allem in Ordnung, ich würde sie als solide bezeichnen. Ich habe nicht ganz die Position gespielt, die ich gerne gespielt hätte, aber ansonsten war es ein gutes Turnier und es war wie immer schön beim Nationalteam zu sein.
Das war das erste Turnier unter dem neuen Bundestrainer Jakob Kölliker. Wie hat das insgesamt funktioniert?
Über ihn selbst kann ich noch wenig sagen, dazu war die Zeit zu kurz. Aber er scheint ein netter Typ zu sein. Er ist sehr ruhig und sachlich, außerdem sehr kompetent. Sein Spielsystem unterscheidet sich stark von dem, welches wir unter Uwe Krupp gespielt haben. Es gibt einige Neuerungen, an die wir uns erst gewöhnen und die wir verinnerlichen müssen. Das braucht Zeit. Aber ich denke, dass wir viele Vorgaben schon gut umgesetzt haben und dass das in Zukunft noch besser passen wird.
Lass uns wieder über die Adler reden. Heute standet ihr wieder alle zusammen auf dem Eis. Wie war die Stimmung?
Es war schön, die Jungs nach einer Woche wieder zu sehen. Es war sehr witzig und es gab Einiges zu erzählen. Aber wir haben heute bei der ersten Eiseinheit auch wieder richtig hart trainiert. Wir wollen unbedingt mit einem Sieg nach der Pause starten.
Vor der Pause gab’s zuletzt vier Niederlagen in Folge. War diese Pause gut, um den Kopf etwas frei zu bekommen?
Ja, die Jungs hier hatten etwas frei und konnten so neue Kraft tanken, dafür haben wir bei der Nationalmannschaft ein anderes Umfeld erlebt und das hat uns auch sehr gut getan. Es ist immer gut, wenn man mal aus dem gewohnten Ablauf ausbricht und danach wieder frisch in die DEL zurückkehrt. Ich denke, dass uns das helfen wird.
Trotz der vier Niederlagen vor der Pause, wie würdest du die Saison bisher einschätzen?
Wir haben bisher sehr konstant gespielt und hatten kaum Leistungsschwankungen. Außerdem haben wir einige Spiele noch gedreht, die schon verloren schienen. Das ist sicherlich ein großes Plus unserer Mannschaft. Aber wir haben leider auch Matches aus der Hand gegeben, wie das gegen Wolfsburg, als wir bereits 4:1 geführt haben. Das war schade. Insgesamt aber war das erste Saisondrittel in Ordnung. Und auch die letzten Niederlagen waren knapp. Deshalb glaube ich nicht an einen Leistungseinbruch. Wenn wir unser Spiel spielen und konzentriert zu Werke gehen, dann sind auch weiterhin nur schwer zu schlagen.
Ihr seid mit 35 Punkten weiterhin Tabellenführer. Doch die Verfolger sitzen Euch im Nacken. Ist das nun eine Drucksituation oder pure Motivation, wenn man der „Gejagte“ ist?
Nein, in erster Linie ist es eine große Freude, wenn man in der Tabelle oben steht. Das hatten wir in Mannheim ja auch schon lange nicht mehr. Wir hoffen, dass wir weiter konstant spielen und werden alles dafür tun, um weiter ganz oben zu bleiben. Eine Drucksituation ist es auf keinen Fall. Wir werden weiter unser Spiel spielen und versuchen so viele Siege wie möglich einzufahren. Wir wollten vor der Saison mindestens unter die Top-4 und sind jetzt Tabellenführer.
Woran muss das Team denn noch arbeiten?
Offensiv haben wir in dieser Saison weniger Probleme die Tore zu erzielen. Aber wir sind in der Defensive oft zu nachlässig. Da klappt es manchmal mit der Zusammenarbeit zwischen Stürmer und Verteidiger nicht so, wie wir es gerne hätten. Das heißt, wir Stürmer sollten einfach noch mehr nach hinten arbeiten, um der Defensive zu helfen. Wir müssen unsere taktische Marschroute, die uns die Trainer vorgeben, noch besser umsetzen und dürfen in Zukunft nicht so viele Gegentore zulassen. Das hat am Anfang der Saison richtig gut geklappt und da müssen wir wieder hin. Aber das sind sowieso alles Sachen, die man vermeiden oder abstellen kann und an denen wir arbeiten werden.
Du sehr präsent auf dem Eis und konntest Deine Schnelligkeit in vielen Situationen bereits zu Toren nutzen. Dir scheint das offensive Spiel des Teams in dieser Saison richtig entgegen zu kommen.
Ja, mir macht es sehr viel Spaß auf dem Eis, außerdem habe ich in meiner Reihe starke Nebenleute, die mich immer wieder gut in Szene setzen. Außerdem spielen unsere Verteidiger die Pässe gerne schnell hinten heraus, was mir mit meiner Schnelligkeit natürlich sehr zu Gute kommt. Dieses schnelle Spiel liegt mir einfach, macht Spaß und ich bin immer froh, wenn ich dem Team mit Toren etwas zurückgeben kann.
Du hast Deine Reihe mit Christoph Ullmann und Yannic Seidenberg angesprochen. Eure Reihe hat bereits für einige Tore gesorgt. Was macht dieses Zusammenspiel aus?
Yannic und Christoph sind einfach zwei ganz starke Spieler, die mich auch immer wieder gut aussehen lassen. Entweder durch Ableger in den freien Raum oder durch Pässe vors Tor, so dass ich nur noch den Schläger hinhalten muss. Das harmoniert wirklich sehr gut zwischen uns, auch wenn nicht immer jeder Schuss sitzt.
Lass uns noch auf die kommenden Matches schauen. Was denkst Du über die Hannover Scorpions, bei denen ihr am Freitag antreten müsst?
Die Scorpions sind schwer einzuschätzen, weil wir gegen sie noch nicht gespielt haben. Die haben einige neue Cracks in ihren Reihen. Traditionell spielen sie sehr gut und stehen kompakt. Das wird sicherlich kein leichtes Spiel, besonderes in deren Halle. Aber wir werden alles geben, um die drei Punkte nach Mannheim zu holen.
Am Sonntag erwartet ihr in der SAP ARENA dann die Iserlohn Roosters. Das sind in der Regel immer sehr hitzige Spiele.
Ja, außerdem haben wir das erste Aufeinandertreffen dort mit 4:7 verloren und wollen es hier besser machen. Iserlohn hat eine offensivstarke Truppe, die aber in der Verteidigung nicht immer sicher steht. Sie haben zwar einen starken Goalie, lassen aber zu viele Großchancen zu. Mit unseren schnellen Stürmern und unseren Offensivqualitäten sollte es deshalb möglich sein, nach zwei Heimpleiten in Folge wieder einen Sieg vor den eigenen Fans einzufahren.
Quelle: Adler Mannheim, Pressemeldung
Tags: adler mannheim, Christoph Ullmann, DEL, Frank Mauer, Hannover Scorpions, Iserlohn Roosters, Jakob Koelliker, Mannheim, SAP Arena, uwe krupp, Yannic Seidenberg










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