DEL: Münchner Oberbürgermeister gerät ins Kreuzfeuer der Eishockey-Fans

Autor: BF   10. Mai 2012 14:39
DELEHC Red Bull München

Für viele Fans des FC Bayern München ist Christian Ude, Oberbürgermeister von München, schon lange ein Dorn im Auge. Nicht nur, weil er offen mit dem zweiten Verein in München sympathisiert. Den Blauen (an dieser Stelle weigert sich der Autor der Zeilen (eingefleischter Fan des FCB) den wahren Namen des Turnvereins auszuschreiben…). Nun sammelt er auch unter den Eishockey-Fans neue „Freunde“…

Bei Facebook erklärte Ude zum drohenden Aus des Eishockeystandorts München (Eishockey-24.de berichtete): „Liebe Eishockeyfans, als OB bin ich gerne für Mieterschutz und Wohnungsbau, für Sozialleistungen und Kulturangebote, für U-Bahn, Bus und Tram sowie erneuerbare Energien und 1000 andere kommunale Aufgaben zuständig – aber wieso für einen Proficlub, der seit Tagen Schlagzeilen mit drohender Insolvenz macht und dessen Lizenz verkauft werden soll? Wieso sollen Stromkunden oder Fahrgäste dafür zahlen?“

Klare Aussage, doch bei den Fans kam das weniger gut an, so dass der OB sich gezwungen sah, noch einmal nachzulegen. Ob er sich damit mehr Sympathien gesammelt hat, darf man anzweifeln. Auf die Diskussionen über den Zuschuss in Höhe von 1,3 Millionen Euro für die Ausrichtung des Champions League Finals zwischen dem FC Bayern München und dem FC Chelsea (Eishockey-24.de berichtete) schwieg er sich aus. Ude erklärte:

„Liebe EHC-Fans,

195 Kommentare machen deutlich, dass dieses Thema die Gemüter bewegt. Auch wenn 93 ihre Zustimmung mitgeteilt haben, überwiegen doch die negativen Stimmen aus der Fangemeinde. Leider kann ich nicht jedem antworten, aber doch zu den häufigsten Argumenten Stellung nehmen.

Immer wieder kommt die Olympiabewerbung. Noch einmal: Das waren Beschlüsse des Münchner Stadtrats und des Bayerischen Landtags mit überwältigender Mehrheit, kein Solo-Auftritt des Münchner OB. Und die Kosten wurden Größtenteils von Wirtschaftsunternehmen bezahlt. Ich verstehe nicht, warum dies von Wintersportfreunden plötzlich negativ gesehen wird.

Dann kommt immer wieder der Vorwurf Allianz-Arena. Dieses Projekt ist von der Münchner Bürgerschaft selbst beschlossen worden, bei einem Bürgerentscheid mit Zweidrittel-Mehrheit. Ich selbst hatte diese Bürgerentscheidung vorgeschlagen und beantragt. Ausdrücklich steht im Beschluss, dass in die Arena kein Steuergeld fließt. Für den Straßenbau bei wichtigen Verkehrsverbindungen ist die Stadt aber zweifellos zuständig und in der Pflicht.

Dann das Stichwort Löwen. Als die Löwen im vergangenen Jahr wirtschaftlich zu scheitern drohten, wurde auch plötzlich nach der Stadtsparkasse gerufen. Es ist rechtlich streng geregelt, unter welchen Voraussetzungen die Sparkasse Kredite geben darf oder nicht. Weil diese Voraussetzungen zweifellos nicht erfüllt waren, habe ich die negative Entscheidung der Sparkasse verteidigt. Damals ist auch von einigen versucht worden, das drohende Scheitern der Stadt in die Schuhe zu schieben. Allen voran hat das Uli Hoeneß versucht.

Sponsoring ist natürlich möglich, aber nur wenn die Voraussetzungen gegeben sind (Fortbestand des Vereins, hoher Werbeeffekt, Leistungen und Gegenleistungen gleichwertig). Da kann man nicht unvergleichbare Sachverhalte auf eine Stufe stellen.

Einige versuchen immer wieder, aus dem Niedergang des EHC parteipolitischen Honig zu saugen. Dabei hat noch keine Partei im Rathaus eine Rettung mit Steuergeldern beantragt oder einen Weg aufgezeigt, wie der EHC sonst auf zulässige Weise gerettet werden kann. Aber es ist halt einfacher, auf eine Person zu schimpfen und bei ihr die ganze Verantwortung abzuladen, als über fehlende Unterstützung durch die Wirtschaft nachzudenken.

Ärgerlich finde ich, dass mir mein Aufruf an Sponsoren den EHC zu unterstützen, jetzt auch noch zum Vorwurf gemacht wird. Schließlich war ich ausdrücklich aus dem EHC gebeten worden, diesen Versuch auch noch zu unternehmen.

@Stephan Röckenwagner wirft mir vor, dass Politiker „nur tun, was ihnen Stimmen bringt“. Ist ihm klar, was er damit sagt?“

Quelle: Facebook

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